Digitale Ethik: eine unverzichtbare Fragestellung

Unsere Welt wird immer digitaler. Folglich benögigen wir angesichts der klimatischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen Richtlinien und Standards für ethisches Verhalten in der digitalen Umwelt. Dieses Projekt hat zum Ziel, einen digitalen Nachhaltigkeitsstandard zu entwickeln und in die gesellschaftliche Debatte sowie in die Praxis einzuführen.

Digitale Dienste haben ein hohes Potenzial, uns bei der Bewältigung der heutigen Herausforderungen zu helfen, aber sie dürfen weder die ökologischen Grenzen des Planeten überschreiten noch die grundlegenden Bedingungen der sozialen Gerechtigkeit verletzen. Die für digitale Dienste benötigten Energieressourcen können die Luftverschmutzung erhöhen und tragen auch zum Klimawandel bei. Die Digitalisierung sollte daher durch globale Grenzen beschränkt sein. Nach unserer Vision ist es möglich, ökologische Grenzwertkriterien für alle Arten von digitalen Diensten zu definieren. Digitale Dienste, die auf Algorithmen beruhen, laufen zudem Gefahr, grundlegende Werte und Normen sozialer Gerichtigkeit zu verletzen, sowie soziale Ungleichheit zu vergrössen. Hierfür lassen sich auch allgemeine Schwellenwertbedingungen der Fairness für alle digitalen Services zu definieren. Zusammengenommen bilden die ökologischen Grenzwertkriterien und die Schwellenwerte der Fairness die Rahmenbedingungen unseres Standards fairer und nachhaltiger Digitalisierung.

Dieses Forschungsprojekt ist in drei Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase geht es darum, ein Gesamtkonzept nachhaltiger Digitalisierungsstandards unter Verwendung von ethisch anerkannten Konzepten und Standards zu entwickeln und darüber nachzudenken, wie diese mit bestimmten Algorithmen verknüpft werden können. In einer zweiten Phase soll das Konzept für die wirtschaftliche Nutzung und Evaluation mit Partnern aus Industrie und Verwaltung institutionalisiert werden. Schließlich geht es darum, die Umsetzung dieser Standards zu gewährleisten, sowohl durch die Schaffung eines anerkannten Labels als auch durch die Förderung des Austauschs zwischen der politischen, wirtschaftlichen und akademischen Welt.